7/18-Juli: so war der monat

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05.08.2018

Und so flogen wir los – nicht von Berlin, sondern diesmal vom guten alten hessischen Frankfurt Airport aus, die Langstrecke aufgeteilt in zwei gleich lange Flüge, mit Zwischenstopp in Abu Dhabi, bevor es von dort aus weiter in Richtung Malé International Airport ging und von dort aus mit dem Speedboot weiter auf unsere Insel, das Summer Island Maldives Resort gehen sollte. Aber dazu später mehr. In Abu Dhabi waren wir zu diesem Zeitpunkt als Deutsche Anfang Juli allerdings noch nicht von der Hitze komplett verbrannt und totgenervt wie aktuell, weshalb uns die 36 Grad Nachttempertur beim Zwischenstopp in Abu Dhabi auch erstmal wie ein Faustschlag mitten in die Fresse traf, wie nur Andrea Nahles es hätte noch besser formulieren können. Nach einer Stunde Aufenthalt in Abu Dhabi flogen wir dann pünktlich gegen 3 Uhr nachts weiter nach Malé, wobei wir schon während des Sinkflugs unseres Airbus einen fantastischen Blick über die vielen kleinen Inseln der Malediven hatten, die wie kleine gelb-grüne Flecken aus dem türkisblauen Wasser ragten und stetig größer wurden, je tiefer wir kamen.

 

In Malé, der kleinsten Hauptstadt der Welt angekommen, wurden wir freundlich empfangen und uns mitgeteilt, dass wir von unserem 5 Sterne-Resort Summer Island Maldives ein Upgrade spendiert bekämen und wir nun nicht mehr mit dem Speedboot weiter zur Insel fahren, sondern diese nun mit dem Wasserflugzeug aus der Luft anfliegen würden. Coole Sache – fanden wir gut. Zumal dieses Upgrade umgerechnet 147 Euro pro Person wert war. Bis zum Start des Wasserflugzeugs hatten wir allerdings noch gute 2 ½ Stunden Zeit, in der wir Malés Fischmarkt, den Sultanspark und das Nationalmuseum besichtigten. Wieder zurück, flogen wir dann also mit Trans Maldivian Airways in einem der Wasserfleugzeuge direkt zu unserer Insel und dabei auch über einen Großteil der anderen Inseln im Nord-Malé-Atoll, sahen Delfine aus der Luft und gingen immer wieder mal kanpp über das türkisblaue Wasser mit dem Flieger runter und wieder hoch. Der Pilotenschein oder wenigstens jahrelange Achterbahnerfahrung war hier offenbar Vorraussetzung - mindestens aber ein guter Magen. Egal, es war großartig - und und so erreichten wir dann auch bald unser Resort – und waren begeistert. Paradise found. Türkisblaues Wasser, Puderzuckerstrand und Postkartenskyline, ein großes Empfangskomitee, danach handshake mit dem Rezeptionsboy, der optische 15 Jahre alt war, eine Statur wie Ghandhi zum Streikende und ein mega krass gebleachtes Tom-Cruise-Smile mit doppelt so vielen Zahnreihen hatte, dann ein Begrüßungscocktail und Check in.

 

Endlich da. Zumindest physisch. Bis der tatsächlich notwendige Entspannungsmodus in einem Urlaub einsetzt, dauert es ja bekanntlich immer ein wenig - und ohnehin hatte ich im Gegensatz zu Franzi, die nach einem durchaus als megahart zu bezeicheneden Grundschuljahr mit komissarischer stellvertretender Schulleitungsfunktion froh um jede Sekunde Inselfeeling war, eine leichte Beklemmung und Angst vorm Inselkoller und zuviel Entspannung bei gleichzeitig zu wenig Aktion, was bei mir immer gleich etwas bedrohlich wirkt. War natürlich alles unbegründet. Und wie.

 

Wir bezogen nach kurzer mündlicher Einführung und Erklärung der Inseleckdaten durch unseren Cheshire Cat- Rezeptionsboy zunächst einmal unsere Wasservilla, die auf Stelzen tatsächlich weit draußen mitten auf dem Wasser stand, eine Fischbeobachtungsluke mitten im Wohnzimmerfußboden und von der Terasse aus einen direkten Wasserzugang hatte. Da uns nach insgesamt 24 Stunden Anreise gerade allerdings weniger nach Schnorcheln und Schwimmen, als vielmehr nach literweise Coke Zero, light oder ähnlich ungesunden Softdrinks war, überzeugte uns der Barmann aus Bar 1 dann doch erstmal schnell vom Cocktail of the day, den wir gleich zweimal kippten, ihn für gut befanden und seit diesem Zeitpunkt als auch an allen anderen Tagen mehr als froh darüber waren, hier alles Inklusive zu haben – hatten wir doch so als Bewohner einer Wasservilla unser eigenes zusätzliches Restaurant mit 5 Sterne Koch (und bei Gott, das war er tatsächlich), eigener Bar, Lieferservice direkt aufs Zimmer, unendlich von allen erdenklichen Getränken, Essen, Melonen, Eis und gleichzeitig keine überflüssigen Rechnungen.

 

Gestärkt und angetrunken von der Hitze und Luftfeuchtigkeit nahmen wir dann zurück in unserer Wasservilla zum ersten Mal bewusst unsere Nachbarn aus der Wasservilla neben uns wahr. Es handelte sich hierbei um einen rund 80 -jährigen Engländer mit seiner jüngeren, in den 1940ern geborenen Frau. Beide waren begeisterte Freunde des Sich- im-Wasser-treiben-lassens, und nahmen den Sonnenschutz besonders ernst. Ein Vorzeige-Werbe-Paar für jede Sonnencreme-Company der Welt. Konkret trieben die beiden, ihre Haut von einem gut 5cm dicken Sonnencreme-Panzer zubandagiert, komplett weiß mumifiziert, von morgens 7 Uhr bis 18 Uhr, also von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in den an die Wasservillen angeleinten Rettungsringen umher. Zwischendurch spritzten sie sich immer wieder mal im Abstand von 10 Minuten mit der flachen Hand Wasser ins Gesicht, lachten 5 Minuten darüber und dann wiederholte sich das Ganze regelmäßig bis zum Abend.

 

Die Abende kamen hier ohnehin irgendwie zügig , ab 18 Uhr unserer Zeit ging allmählich die Sonne unter und ab 19 Uhr war dann auch alles dunkel. Während dieser Stunde aßen wir immer zu Abend und beobachteten die Haie, die uns jeden Abend besuchten und unter uns und unserem Essen hindurchschwammen. Wir gingen nach dem Essen regelmäßig zu Bar Nummer 2 in der Inselmitte, der Nevi Bar, die an einen unfassbar großen Pool angedockt war, mit täglicher Live Musik und Sesseln direkt am Strand, Meeresrauschen, Getränken mit Eiswürfeln und Snacks. Hier trafen sich dann auch jeden Abend nach Sonnenuntergang die anderen Inselbewohner, die Touris und die Crew, samt deren auch auf der Insel lebenden Familienmitgliedern, also alles in allem ein großes Familientreffen. Und nach dem ersten Tag kannten uns alle beim Namen und wir kannten alle und alle feierten gemeinsam jeden Abend ein Fest zum sich aktuell über uns befindlichen Vollmond und ich wünsche retrospektiv jedem, der bei der kürzlichen Mondfinsternis gelangweilt einen blassen, leicht rot gefärbten Mond am Himmel gesehen hat, er hätte neben uns gesessen, hier auf den Malediven bei Vollmond. Am Wochenende, genauer am Samstag, wurde dann ein Dj eingeflogen und ich sollte, nachdem ich doch an den Vortagen mit einigen Crew-Mitgliedern anregende Gespräche über elektronische Musik und Dj-Kultur in Deutschland, vorzugsweise Berlin führte , diesen doch unterstützen wenn ich denn wollte. Gesagt, getan – ich kannte wenige seiner Tracks, mischte aber fleißig mit und steuerte noch 2-3 sich auf meinem Mac befindliche eigene, irgendwann mal von mir vorproduzierte ungemasterte tracks , die nie das Licht der Welt, nun aber die Nacht und den Vollmond auf Summer Island erlebten, bei. Sie wurden allesamt krass gefeiert. Und natürlich reifte in mir wieder die Überlegung, diese dann doch mal irgendwann fertig zu stellen und unters Volk zu bringen. Irgendwann. Bestimmt. Spätestens aber, wenn die Tage statt 24 mal 36 Stunden haben oder so. Plötzlich herrschte helle Aufregung, die wir hinter der Dj-Kanzel zunächst nicht deuten konnten – aber plötzlich standen genau 52 spanische Frauen und Männer, eine komplette Hochzeitsgesellschaft vor uns, die in dieser Nacht Zwischenstopp auf Summer Island für die Hochzeit am morgigen Tag machte und dann weiter flog. Alle 52 Personen waren alles andere als nüchtern, stürmten den Pool und die Bar- Crew hatte heftig zu tun. Wir spielten. Alle tanzten. Alle rasteten aus. Es war unfassbar. Gut.

 

Am anderen Morgen und generell morgens fuhren wir immer raus ins Hausriff zum Schnorcheln und Tauchen, wo wir meistens die Fische sahen, die wir alle so aus "Findet Nemo" kennen. Zunächst sahen wir allerdings nur die Kleinen – bis Franzi nach den großen Tieren Ausschau hielt, irgendwann unter Wasser mal wendete und eine Ein-Meter große Wasserschildkröte direkt neben uns schwamm und uns immmer weiter weg vom Riff, ins offenes Meer zog -dorthin wo die Fische allmählich immer größer wurden - wir folgten ihr natürlich, was auch sonst – bis ein lauter Signalton ertönte und die mittlerweile im recht weit entfernten Boot und nur noch auf uns wartende Crew signaliserte, dass wir wohl zurück kehren mussten. Alle anderen waren längst brav zurück gekehrt. LAAANNNGGGWWEEIIILLIIGGG (Gernot Hassknecht). Als wir nach gut 10-12 Minuten zurück-Schwimmens ankamen, hatte die gesamte sich nun nicht mehr im Zeitplan befindliche Crew den zum Signalton passenden Gesichtsausdruck aufgesetzt. Alles cool. Am nächsten Tag waren wir wieder dabei , schwammen allerdings innerhalb des vorgegebenen Zeitraums von einer Stunde Schnorcheln einfach gleich direkt raus Richtung offenes Meer. Das war dann nur noch halbwegs Regelunkonform, immerhin schaften wir es beim Signalton diesmal schon in nur noch gut 5-6 Minuten Verspätung anzukommen und die Gesichter waren auch nur noch halb so streng. Wir wurden täglich besser und wuchsen mit unseren Aufgaben, und so entspannten sich die Gesichter der Tauch-Crew zunehmens in Richtung unserer Abreise. Keine Ahnung ob es daran lag, dass wir einfach tatsächlich so schnell zum Ende hin, ja fast schon pünktlich waren, oder sie einfach nur wussten, dass dies irgendwann der letzte Trip mit uns raus ins Riff bzw aufs offene Meer sein würde.

 

Irgendwann war es dann jedenfalls tatsächlich soweit und wir machten uns bereit zur Abreise, die sich genauso vollzog wie die Hinreise, nur eben diesmal mit dem Speedboot, was ich persönlich eigentlich auch viel spaßiger fand. Ist aber sicherlich Geschmackssache, oder das Wissen darüber, dass noch gute 13 Stunden Flug vor uns lagen und das Speedboot da eine willkommende Abwechslung war.

 

Zurück in Deutschland verschnauften wir dann erstmal 2 Tage, bevor es weiter ging Richtung Norden, Hamburg, Schanzenviertel, weiter an die See, Helgoland und wir unseren eigentlich fest gebuchten 5-Tage Trip nach Venedig cancelten und auf das Geld schissen. Stattdessen fuhren wir unter stetig steigenden Temperaturen weiter quer durch Deutschland und dann auch zur DIM (Deutsche-Islandpferde-Meisterschaft) auf das Gestüt Ellenbach, um eines von Franzis selbst gezogenen Pferden, das aufgrund wahnsinnig hoch beurteilter Vornoten für die DIM qualifiziert war, zu sehen, was sich dann leider durch eine kurzfristige Krankheit des Reiters zerschlug und das Pferd ohne Reiter nicht laufen konnte. Zumindest nicht für erstklassige Noten. Ich lies mir von Franzi erklären, dass die Teilnahme bei einem solchen Turnier immer nur in Reiter-Pferd-Kombination geritten werden kann, heißt: nicht Sie selbst oder irgendjemand anders hätte das Pferd jetzt auf dem Turnier vorstellen dürfen, sondern ausschließlich der angeschlagene, verhinderte Reiter. Sei es drum, wir trafen uns dort mit unseren Freunden Andrea und Gert, blieben 2 Tage dort und schauten uns am Wochenende noch den Rest des über 5 Tage andauernden Turniers an.

 

Am 24. Juli schaute ich irgendwann spät abends Tschick von Fatih Akin, für dessen Soundtrack Dirk von Lowtzow gemeinsam mit den Beatsteaks für eben jenen Film ein Cover des Stereolab-Songs „French Disko“ eingespielt und einen deutschen Text dazu eingesungen hat in der ARD und erinnerte mich, dass ich irgendwann Anfang 2018 Karten für Tocotronic im Kulturzelt kaufte. Ich datierte das Konzert in meiner Erinnerung irgendwann auf Anfang August, schaute aber sicherheitshalber in der roten Kommode in der obersten Schublade nach, fand die Karten -und siehe da- das Konzert war am 26.07.18, also quasi übermorgen von heute in der Vergangenheit aus gesehen. Danke Tschick – aber so ist es halt manchmal. Glück gehabt. Das Kulturzelt in Kassel war dann glücklicherweise wie schon beim Roten Album vor 2 Jahren gut klimatisiert, das Konzert wie immer großartig und Dirk sichtlich entspannt, locker, spontan und witzig.

 

Und so neigen sich die Sommerferien bei 36 Grad allmählich dem Ende zu, auch wenn aufgrund der draußen herrschenden Temperaturen gefühlt noch lange kein Sommerende in Sicht ist. Nun ja, meine Tasche ist gepackt und beim Blick auf unsere Schulhomepage nehme ich erfreut folgende Nachricht zur Kenntnis: In der ersten Schulwoche endet der Unterricht von Mo. - Mi. jeweils nach der 5. Stunde (um 12:25). That ´s a good start for sure...

 

 

 

   OUR STYLE .OUR ATTITUDE .

 von Matthis/Category: SO WAR DER MONAT