Category:BLOG

5/19-mai: so war der monat

😎🎒🤘🌤☔️☀️📷😎

03.06.2019

Der Mai fing da an wo der April aufhörte, nur dass sich das im April zunächst sehr warm angedeutete großartige Wetter mit der Sonnenvitamin-D-Tankstelle zunehmend kürzer fasste, so wie ich mir das beim Schreiben der Monatsrückschau auch immer vornehme und zu selten wirklich schaffe – vielleicht diesmal.

 

Doch zunächst gesellte sich irgendwie passend zu dem eher durchschnittlichen, wenig zufriedenstellenden Wetter ein ordentliches Arbeitspensum für den Monat, standen doch im Mai in der Schule mal wieder die alljährlich im Vorfeld von den Schülerinnen und Schülern gefürchteten und letztlich doch immer irgendwie überdurchschnittlich gut bestandenen Abschlussarbeiten in den Hauptfächern an, die allesamt aufgrund des ultrakurzen Schuljahres noch eine Woche schneller als gewöhnlich besprochen, korrigiert und mittels individualisierten Lehrerpasswörtern am Computer in ein spezielles Zensurenerfassungsprogramm eingetragen werden mussten. Mittlerweile ist Schule da voll durchdigitalisiert. Dazu noch weitere Klassenarbeiten und deren Korrektur, die Besprechung aller Noten mit den Schülern, die Vorbereitung der Abschlussfeier mit meiner Abschlussklasse sowie unsere gemeinsame Abschlussfahrt nach Berlin - also in die zweite Heimat - das Warten, Entgegennehmen und überall Fotos mit unseren Abschlusshoodies – und zeitgleich diverse Kooperationsanfragen an Franzi und mich für den Blog und Instagram, deren Auswahl und entsprechender Content - Fotos, Stories und Texte ebenfalls grundsätzlich mit viel Liebe, Mühe und Zeit von uns erstellt werden - und dann noch die allmähliche Vorbereitung auf unseren immer näher rückenden, 18 Stunden Flugzeit entfernt liegenden Sommertrip im Juli - Schlafzeit reduced to a minimum und die immer wiederkehrende Erkenntnis, dass der Tag für uns locker mal mindestens 32 , wenn nicht 36 Stunden haben müsste.

 

Neben aller Arbeit, Terminen, kurzen Pausen und dem Leben zwischendurch gingen wir dann an dem dafür vorgesehenen Sonntag zur Europawahl, um mit unserem unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahlrecht die zunehmend ins Wanken geratene Demokratie zu stützen. Natürlich waren wir auch ein wenig neugierig darauf, ob das von unserem Kollegen und YouTube-VideoCreator Rezo veröffentlichte Video über „die Zerstörung der CDU“ irgendeinen Effekt auf das Wahlverhalten und folglich ein schlechteres Abschneiden der alten Volkspartei haben würde. Hatte es nicht – dafür aber einen Effekt auf die CDU selbst, die sich stellvertretend in peinlichst-hilfloser Art und Weise durch ihre CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, AKK (was mich immer an ein russisches Maschinengewehr erinnert) abgekürzt, eben zu genau diesem Video äußerte – und darüber hinaus mal gleich noch rhetorisch ähnlich schwer geladen wie die Kalaschnikow die Meinungsfreiheit insgesamt angriff und diese stark verwundete. Dabei hätte sie doch wissen müssen, dass Meinungsfreiheit nicht regulierbar ist. Der Schuss ging für AKK damit ordentlich nach hinten los, um mal beim Bild der Kalaschnikow zu bleiben und zeigt einmal mehr am Beispiel der CDU , wie wenig die großen Volksparteien im digitalen Zeitalter angekommen sind und wie schwer ihnen der sichere Umgang auf dem digitalen Schlachtfeld des 21.Jahrhunderts fällt. Bliebe die Junge Union, die mit Philipp Amthor – dem ältesten 26jährigen der Welt - ja dann doch auch gar nicht mehr so jung und hip ist und schlussendlich ihren teilweise fertig produzierten visuellen Gegenschlag auch einstampfte. Das wäre dann wohl auch der endgültige Gnadenschuss für die eklatant angeschlagene Volkspartei gewesen. Genau sowas kommt aber dabei raus, wenn man als Partei seine tatsächlich jungen und fähigen Politiker wie beispielsweise die für die CDU unkonventionelle und in ihren Haltungen und Ansichten stark an Heiner Geißler erinnernde Querdenkerin Diana Kinnert verschleist – auch wenn beim Thema Politiker-Verschleiß die SPD seit vielen Jahren weit vor der CDU liegt. Nahles lässt aus dem OFF grüßen. Der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier beschreibt in der Welt eine auf den Punkt gebrachte, allgemeine und grundsätzliche Abkehr der Jugend von den Volksparteien. Dabei gehe es um Inhalte, vor allem aber auch um Stil, wobei seiner Meinung nach gerade junge Leute humorlose „Unsympathen“, wie sie Union und SPD ständig hervorbrächten, ablehnten. Und da ist halt auch einfach mal was dran.

 

Ende Mai war ich dann den dritten Monat in Folge auf einer Beerdigung und auch diesmal war -in diesem Fall die Verstorbene - noch in ihren Dreißigern, was mich den gesamten Tag über nachdenklich und wehmütig machte und wahrscheinlich wäre ich es noch immer etwas, wäre da nicht ihr im Vorfeld kommunizierter Wunsch und ihre Aufforderung gewesen, genau das nicht zu sein, sondern im Gegenteil die Beerdigung mit der Westernhagschen Attitüde aus seinem Song Freiheit eher auf Gräbern zu tanzen und das Leben und den Moment zu genießen, zu verlassen. Und so waren auch alle zu ihrer Beerdigung gekommen, um sich entsprechend und vor allem schon gar nicht in Schwarz von ihr zu verabschieden und auf der größten mir bekannten Beerdigung bislang mindestens doppelt und dreimal so viele Luftballons wie Menschen in schwarz weiß fliegen zu lassen und Xavier Naidoos Zeilen "Alles kann besser werden - holen wir uns den Himmel auf Erden" zu lauschen. Hatte ich lang nicht mehr gehört und fand ich so gut, dass ich den Song gleich mal eigentlich untypischerweise für unsere am Folgetag stattfindende Kooperation mit dem Kölner Streetwear -Label MAYNE Clothing und die anstehende entsprechende Instagram-Story verwendete. Zeitgleich verkündete die Tagesschau dann am Abend, dass der Schweizer Pharmakonzern Novartis in den USA die Zulassung für eine Gen-Therapie erhalten hat, wobei die einmalige Dosis des Medikaments rund zwei Millionen Dollar kostet und nunmehr den Titel des teuersten Arzneimittels der Welt trägt. Die Behörde FDA genehmigte den Einsatz der Arznei Zolgensma bei Kindern unter zwei Jahren, die an der Erbkrankheit Spinale Muskelatrophie leiden. Unfassbar wie stark hier die reine Profitorientierung und wie wenig dort eine unmittelbar übergeordnete menschenwürdige Ethik im Vordergrund steht und wie hier die Kosten für eine Spritzendosis gegenüber exorbitant hohen Folgekosten für die Krankenkassen gegengerechnet werden. Und so bleibt es dabei, dass ein Leben zwar als unbezahlbar gilt, eines zu retten aber eben auch ganz schön teuer sein kann. Und wenn ich hier gleich im Strahl kotze, weiss ich zumindest, woran es gelegen hat. Aber gut - Alles kann besser werden... In diesem Sinne .. bis Juni.

 

 

 

                                                                                        OUR STYLE . OUR ATTITUDE .

   von Matthis/Category: BLOG