5/18-mai: so war der monat

🇫🇷🚅🥖🥐🌞🇫🇷

enthält *Werbung* durch Markennennung und/oder Ortsnennung

05.06.2018


So schnell ging das mit dem Mai – und dem nächsten Highlight - unser in diesem Jahr zum zweiten Mal anstehender Paris-Trip, der - soviel stand fest - und auch schon vor unserer Abreise auf meinem Iphone – unter gluthitzigen Bedingungen stattfinden würde. Denn es war aktuell schon in Deutschland extrem heiß für Mai, und da der Mai alles neu macht, war die extreme Hitze dann auch neu für den Mai - verglichen mit dem letzten Jahr - was gerade mehr Mutmaßung und gefühlt so ist, als tatsächliches Wissen, also mehr Halbwissen und Gefühl – und das Gefühl kommt ja aus dem Bauch und das Bauchgefühl sagte gerade außer Mai und heiß noch: Hunger!

 

Und das jetzt, wo wir aufgrund der in Paris wie so oft stattfindenden Streiks schon die ein oder andere Stunde Verspätung hatten. Wieviel genau kann ich gar nicht sagen, da ich im Zug damit beschäftigt war, alle Filmtakes unseres Beelitz-Trips zu sichten und diese im Rausch des dazugehörigen Songs unter extremer Lautstärke unter meinem eigentlich doch geschlossenen Kophörer zu schneiden. Zwischendurch haute Franzi mir immer wieder mal ihren Ellenbogen in die Seite, um mir zu signalisieren, dass ich trotz des geschlossenen Kopfhörers noch immer zu laut zum Schlafen war. Nach dem nächsten Rippenhieb waren wir dann auch schon im Stockfinsteren irgendwo hinter Brüssel und die Menschen neben uns aufgrund von Dauerbeobachtung offensichtlich sehr gespannt welches Filmtake wohl als nächstes kommen würde. Keins mehr. Macbook closed. Gesicht Richtung Fenster und realisieren, dass wir in unserem ICE tatsächlich verdammt spät dran waren. Als wir dann endlich nach 1 ½ Stunden Realitätscheck um 23.42 Uhr am Gare de l’Est eintrafen, erinnerte mich Franzi noch einmal kurz daran, dass ein Late Check-in dieses Mal teuer würde. Hieß also wieder mal rennen. Und 23.42 Uhr war in Wirklichkeit nicht 18 vor 11, sondern 5 vor 12. Klar - der Gare du Nord kurz oberhalb des Gare de l’Est hätte uns einige Minuten Sprint erspart. Wir trafen aber diesmal wie schon erwähnt am Gare de l’Est ein. Nun gut. War nicht das erste Mal, dass es knapp wurde.

 

Als der Zug hielt, standen wir als erste vor der Zugtür, öffneten diese hastig und rannten. Immerhin wussten wir ja wohin, also immer Richtung Montmartre und Sacré-Cœur. Wir waren so schnell, dass wir tatsächlich um 5 vor 12 komplett durchgeschwitzt vorm Hotel standen – allerdings nur, weil uns unsere tiefenentspannten, schon seit dem Nachmittag die Pariser Sonne genießenden und sich zum ersten Mal in Paris befindlichen Freunde Andrea und Gert vorm links abbiegen bewahrten und hinter einer Laterne laut -hier- riefen, was dann wohl rechts bedeutete. 23.56 Uhr. Die beiden standen da recht lässig erholt und erzählten uns von einigen von ihnen bereits zurück gelegten Kilometern vom Nachmittag durch einige Arrondissements bis hoch zum Montmartre. Und tatsächlich-man kann weit laufen in Paris und generell sollte man Städte ja nur auf diese Weise erkunden. Franzi und ich liefen vor einigen Jahren durchschnittlich 33km pro Tag. Mit dieser Kilometerzahl und Ortskenntnis hatten wir zuvor dann wohl auch Andrea und Gert im Vorfeld in Sicherheit gewogen und Vertrauen aufgebaut, so dass diese uns tatsächlich freiwillig auf unseren just in diesem Moment stattfindenden Paristrip begleiteten. Aktuell brauchten wir jetzt aber erstmal einen Schlafplatz, und zwar am besten den, den wir zuvor auch gebucht hatten. 23.58 Uhr. Wir standen in der Empfangshalle des Hotels und während ich nass geschwitzt anfing dem Typen von der Rezeption kurz unsere Odyssee zu schildern, beruhigte der mich schnell mit den Worten, dass bis 1 Uhr ja alles sans risque sei, ich antwortete -O.K.-, dachte kurz an unseren Hinweg und wischte mir eine Schweißperle von der Stirn.

 

Dann hoch in den fünften Stock, Tür auf, Koffer abgestellt, die riesigen Flügeltüren geöffnet und erstmal alle versammelt raus auf den Balkon: die stickige Pariser Luft der Nachmittagshitze raus lassen und die von hier großartige Aussicht aufs Montmartre- Viertel genießen. Durchatmen. Ankommen. Hier würden wir Morgen früh nach dem Aufstehen das erste Foto bei Sonnenaufgang schießen, das war klar. Ansonsten machten wir für den morgigen Tag mit Andrea und Gert noch eine Grobplanung, berichteten uns vom jeweiligen Nachmittag, ich zeigte Gert erste Filmtakes samt dazugehöriger Schnitte, wir tranken mittlerweile ungekühlten Sekt, planten unser Frühstück, genossen die Aussicht - und schliefen irgendwann wie immer viel zu spät ein.

 

Am nächsten zu frühen Morgen standen Franzi und ich dann am Balkon und planten schnell unser erstes Foto, dass ich relativ schnell von Franzi schoss und das irgendwann demnächst dann auch bei Instagram erscheinen wird.  Danach holten wir Andrea und Gert ab und anschließend noch beim besten Bäcker in ganz Paris unser erstes Baguette, Käse, Schinken, Kaffee und was wir sonst noch so für ein Sonnenaufgangsfrühstück auf den Montmartre- Stufen knapp unter Sacré-Cœur brauchten. Danach ging es los mit dem eigentlichen Städtetrip und somit durch zahlreiche Arrondissements, mal zu Fuß und hin und wieder mit der Metro und dem alten Carnet-Trick, den in Paris eigentlich jeder nutzt, heißt : ein Carnet (10er Pack Fahrscheine) für jeweils zwei Personen kaufen und bei jeder Fahrt statt der eigentlichen zwei Tickets für zwei Personen möglichst nur ein Ticket verbrauchen - Was immer dann gut klappt, wenn man sich schnell und im richtigen Moment ganz dicht hinter seine/n Vorderfrau/mann klemmt und den Unterkörper schneller hochzieht als die zwei Kontrollschnapptüren wieder schließen. Und die Türen schließen schnell, was ich selbst beim dazugehörigen Vorführeffekt von Ihnen zu spüren bekam. Andrea und Gert waren nach Franzis und meiner Schnellanweisung zunächst einmal ultra schnell zu zweit durch die Türen gekommen und winkten von der anderen Seite bereits mit dem eingesparten Ticket. So weit so gut, Franzi und ich waren ja routiniert über die Jahre, obwohl wir ja eigentlich in Paris selten Metro fahren und dann vielleicht doch gar nicht mehr so routiniert waren. Jedenfalls steckte Franzi ihr Ticket in die Öffnung, ich klemmte mich dicht an sie ran und zack – Fuck- die Tür erwischte mich, was noch nie passiert war. Nur Franzi war drüben, hielt das Ticket hoch und zumindest drei waren sehr amüsiert. Doch Rettung nahte-und zwar in Gestalt einer Mitte 40- Anfang 50-jährigen Pariserin, die sofort verstand um was es hier ging und im schlimmsten Fall mein klägliches Versagen sogar mit angesehen hatte. Ich dachte nicht weiter drüber nach, sie bot mir spontan an mich hinter sie zu klemmen, was die anderen zum zweiten Mal belustigte, da die Dame im Batik-style jetzt optisch auch eher den Tantra-Freunden-Paris zuzuordnen war – was mir erstmal scheißegal war. Ich klemmte mich hinter sie, den Unterkörper im richtigen Moment hochgezogen und diesmal dann auch Zack statt Fuck– drüben war-HAAH HAAH – Merci- und weiter ging es.

 

Und zwar mit allen zusammen, durch ganz Paris, mal zu Fuß, mal mit der Metro und dem alten Carnet-Trick, bergauf, bergab, zu unterschiedlichen Foto-Locations, den schönsten Parks, zu Touri-Schauplätzen und Geheimplätzen, Champs-Élysées, zur Lafayette, zu GUCCI und dem Eifelturm, mit Wein und Baguette hin und mit Gert und unzähligen Souveniers zurück.Ich handelte nahezu alles für Gert, der tatsächlich akribischer Kitsch-Sammler von Souveniers der ganzen Welt ist, so dass dieser am Ende Eifeltürme jeglicher Größe, Magnete, Flaschenöffner, Taschen und sogar den Kugelschreiber in Baguette-Form sein Eigen nannte und sehr zufrieden war. Einmal verhandelte Gert dann selbst am Eifelturm, was zur Folge hatte, dass sowohl Franzi, Andrea und ich vom Verkäufer als Dank für dessen Geschäft des Tages noch einen Eifelturm geschenkt bekamen, was extrem witzig war. Abends zogen wir dann entweder hoch zum Montmatre, schauten uns den Eifelturm funkelnd an oder aßen irgendwo etwas und zogen mit Wein durch die Nacht.

 

An unserem letzten Tag durften Franzi und ich noch ein VIP-Foto auf dem Geländer der Dachterasse der Galeries Lafayette schießen, was normalerweise strikt untersagt ist. Dickes MERCI an Mathéo. Anschließend schlenderten wir alle noch bei bestem Wetter Richtung Oper zum Eis essen. Genau 5 Stunden später fand an der gleichen Stelle dann leider ein erneuter Anschlag in Paris statt, der von einem Wahnsinnigen gegen 21:00 Uhr an der Ecke Rue Monsigny und Rue Saint-Augustin begangen wurde. Wir erfuhren erst am anderen Morgen davon, wobei sich die Rückfahrt vom Gare du Nord mit entsprechenden Kontrollen doch unerwartet zügig gestaltete. Und ruhig. Bis Köln.

 

Denn dort stieg eine größere Gruppe Männer und Frauen mittleren Alters zu, deren Verhalten und Lautstärke stark an infantile Teenagerjahrgänge der 5.-7. Klasse erinnerte. Da unser Abteil annährend voll war, teilten sich die Männer und Frauen des Trupps stehend im Gang auf, wobei die Frauen lautstark unser Abteil übernahmen und ihre sich wegduckenden Männer annährend geschlossen ein Abteil weiter zogen. Sehr schnell brachte der Trupp wildgewordener und mittlerweile lautstark Sekt trinkenden und Helene-Fischer-Songs trällernden Frauen die restlichen auch noch anwesenden Mitreisenden, ob nun mit oder ohne Musikgeschmack, gegen sich auf. Immer mehr Hände griffen sich an die Stirn und an die Ohren, was bei den angestimmten Songs verständlich war und diese ja, weil sie dem Helene Fischer-Kosmos entsprangen, durchaus in die Kategorie Körperverletzung fielen. Irgendwann kippte das Ganze aber zunehmend und auch ich signalisierte dem Trupp, anfänglich noch durch abwertende Blicke, später dann auch durch lautstarke, ironische und sarkastische Bemerkungen, zunehmend meine Ablehnung. Die meisten meiner Äußerungen trafen das Mannsweib und offenkundige, lautstarke Anführerin der Truppe in der Mitte, die von mir fortan nur noch als Endgegner betitelt wurde. Und so warf ich mit zunehmendem Lautstärkepegel von Zeit zu Zeit eben auch zunehmend fiesere Sätze durch den Wagon und formierte so etwas wie eine sich darüber belustigende Gegenbewegung zu dem Trupp. Immer wieder kommunizierten und lachten Franzi und ich auch mit Andrea und Gert, die zwei Reihen hinter uns saßen, sowie verstärkt auch mit den beiden direkt hinter uns sitzenden, darüber sehr belustigten und gleichzeitig über den Frauentrupp kopfschüttelnden Männern. Als der Endgegner dann wieder mit ihrer tiefen, maskulinen Stimme irgendeiner anderen Frau aus dem Trupp einen lautstarken Befehl erteilte, entgegnete ich ihr, dass der Begriff -Haare auf den Zähnen- mit ihr doch nun tatsächlich Gestalt angenommen hätte. Die beiden Männer hinter uns nickten und schlugen mit der Hand vor Gelächter an unseren Sitz. So ging das noch eine Weile. Bis Hagen um genau zu sein. Da mussten wir zum letzten Mal umsteigen. Franzi und ich erhoben uns, dachten -endlich- und gingen zielstrebig Richtung Schiebetür, als der Endgegner schon unsere zwei frei gewordenen Plätze an sich selbst und eine andere der Ladyboys verplante. Ich atmete tief durch und ging hinter Franzi weiter Richtung Schiebetür, als mich einer der beiden so amüsierten Männer aus der Reihe hinter uns am Arm fasste und sich mit den Worten verabschiedete: Das war wirklich witzig – Ich bin übrigens der Mann vom Endgegner!

 

Wieder in Deutschland erfuhren wir dann von unserer Nominierung mit gleich zwei Bildern für das FACES Magazin, das sich selbst als Lifestyle Magazin mit Charakter beschreibet, Trends in Fashion und Style setzt und sich an weltoffene, selbstbewusste Frauen und Männer, die klug unterhalten werden wollen, richtet. Dem ist nichts hinzuzufügen und wird von uns hier genauso unterschrieben. Punkt. FACES erscheint monatlich bei jedem guten, größeren Zeitschriftenhändler oder kommt direkt zu euch per Abo nach Hause. Wer uns definitiv in der Printausgabe mit beiden Bildern vertreten sehen möchte, der sollte bevor er ab dem 27.06.2018 den Zeitschriftenhändler seines Vertrauens aufsucht weiterhin fleißig für uns voten, was ihr noch bis zum 08.06.2018 hier tun könnt. Was draus geworden ist und noch viel mehr lest ihr dann nächsten Monat im Rückblick. VOTE ! VOTE ! VOTE ! Merci... eure Kraftas.

 

 

   OUR STYLE .OUR ATTITUDE .

 von Matthis/Category: SO WAR DER MONAT