Category:SO WAR DER MONAT

4/19-april: so war der monat

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05.05.2019

Der April begann gut, weil er sich von seiner Sonnenseite zeigte, in Folge derer ich mir an einem dieser zuvor zwar prognostizierten, von mir aber innerlich runtergespielten 26 Grad-Apriltage nach einer mittellangen Tour mit meinem Cube-Bike meinen ersten kleineren Sonnenbrand im Gesicht einfing und ich mir irgendeine längst abgelaufene After Sun-Lotion von 2005 suchend eingestehen musste, dass die Meteorologie für mich zwar nach wie vor in den Bereich der Scheinwissenschaften fiel, statistisch gesehen aber auch diese ja irgendwann mal richtig liegen musste. Zurück von der Tour flehten mich dann unzählige Blumen im Garten an, etwas von meinem Wasser abzubekommen und so goss ich nach meiner immer gleichen Garten-Route alle durstigen Blumen, was mir am darauffolgenden Tag besonders die frischen roten Tulpen dankten, die sich, wenn ich an ihnen vorbei ging, im Laufe des Tages für mich immer noch etwas weiter öffneten und besser rochen. Jedenfalls bildete ich mir das ein.

 

Genau so konnte das weiter gehen mit dem Monat, mittlerweile waren wir schon am Ende der ersten Aprilwoche, der 1.April und mit ihm all die schlechten Aprilscherze, denen ich auch dieses Jahr mit Strategie und Talent gekonnt entgangen war, waren bereits verstrichen. Lediglich das warme Wetter mit all seinen Vorzügen, der großen Sonnenvitamin D- Tankstelle, den weißen und rosa Kirschblüten überall und meine Vorfreude auf unsere alljährlich anstehende Paris-Woche waren offensichtlich gekommen um zu bleiben. Und so wurden die weeks und days auf meiner aus England stammenden Holzwürfel-adventure-Anzeige aus englischem Teakholz immer weniger, bis es am 11.April dann nur noch "1 day till our next adventure begins" hieß und ich mich gedanklich so langsam mit dem Kofferpacken auseinandersetzte - wohl wissend, dass Franzis Koffer für die Reise sicherlich schon irgendwo fertig rumstand. Nun ja, da der Zug Richtung Köln am Folgetag erst irgendwann gegen Mittag startete, blieben mir abzüglich der Nacht und einer Vertretungsstunde in der Schule zum Packen noch mehr als eine Stunde Zeit. Und der Louis Vuitton Supreme war sowieso gesetzt. Die Zeit sollte reichen - ich verlegte meine Kofferpackaktion damit der Zeit voraus gedanklich schonmal auf diese eine Stunde und hörte in der Gegenwart ein paar Trap Hits von MHD.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zunächst mit der Deutschen Bahn und den obligatorischen 5 Minuten Verspätung irgendeinem Zug hinterher, stiegen im letzten Moment irgendwo in Hagen Richtung Köln um, kamen mit einer Umstiegszeit von 15 Minuten in Köln an und waren froh, nun endlich in den von uns so geliebten, pünktlichen Thalys einsteigen zu können. Bei Thalys erhält jeder Zugreisende grundsätzlich einen Sitzplatz durch die kostenlose Reservierung und freut sich selbst in der hügeligsten Ecke Belgiens über funktionierendes WLAN. Als wir dann, nachdem Belgien hinter uns lag, recht spät in Paris ankamen, waren wir die letzten beim Check-In. Wir fuhren mit dem Fahrstuhl schnell hoch in den 5.Stock - öffneten die Fenster, legten uns mit dem Rücken flach aufs Bett, luden unsere Nikon Kamera Akkus, IPhones und MacBooks auf, tranken eine Coke Zero, putzten unsere Zähne und träumten von der ab morgen stattfindenden Pariswoche.

 

Die gesamte Woche verlief dann super, besonders weil das Wetter im April in Paris aktuell so warm war wie letztes Jahr an Himmelfahrt, als wir das letzte Mal mit Freunden in Paris waren und auch dort bombastische Wetterverhältnisse vorfanden. Und so fuhren wir Metro diesmal ohne den alten Ticket sparenden Canet-Trick, was vor allem daran lag, dass sich die Metro und ihr Fahrkartensystem immer mehr New York angeglichen hat und man nun auch gestaffelte Wochentickets mit allerlei für uns leider unnötigen Vergünstigungen bei Rundfahrten, Eintritten etc. erhält. Für Leute die noch nie in Paris waren, aber sicherlich interessant. Wir verbrachten die Tage in Paris entweder meist laufend oder entspannt an unseren Lieblingsplätzen, -Parks, Cafés und Boutiquen, in die wir bereits im Vorfeld recht zahlreich zum Vorbeischauen eingeladen wurden. Wir stellten aber schnell fest, dass wir aufgrund des tollen Wetters gar nicht so einen Bock darauf hatten und das ein oder andere mal einfach irgendwo anders in Paris versackten. Oder mit diesen geilen Elektrorollern irgendwo rumfuhren, was uns nachts allerdings immer noch mehr Spaß machte als am Tage und in Deutschland inmitten des Straßenverkehrs neben all den Autos ohne Helm undenkbar gewesen wäre. Ein Highlight welches wir dann allerdings nicht ausschlugen, war das Angebot des Traditionshauses Galeries Lafayette an uns, bei ihnen doch mal zum Trampolin springen vorbei zu schauen. Klang zunächst nach "Ah schade - morgen können wir leider nicht", entpuppte sich aber als echter Hammer, als wir im 4.Stock ein am Boden durchsichtiges, unter der Decke der Galeries Lafayette hängendes riesiges Trampolin vorfanden, das überwiegend für Personen gedacht war, die im Vorfeld tausende Euros in der Galeries Lafayette ließen - samt deren Kinder. Trotz der schwindelerregenden Höhe und dem nach unten durchsichtigen Trampolinboden war der Andrang enorm. Und so warteten die Leute brav in Schlangen um die eine oder andere Stunde, was generell so gar nicht unser Ding ist. Musste es glücklicherweise auch nicht, da wir ganz entspannt für den anderen Tag zum alleinigen Springen eingeladen wurden. Krasser Scheiß. Danach gab es für uns in der angrenzenden Bar im selben Stockwerk erstmal einen Latte Machiatto und so wurden unsere Beine langsam aber sicher zunehmend von Gummi wieder zu Beton. Wackelig wurden sie erst wieder, nachdem wir für unseren Shortfilm Paris noch ein letztes Take im Künstlerviertel auf den Stufen von Montmartre, unterhalb von Sacre Coeur drehten und Franzi als eine der ersten Personen dort oben die immer größer werdende Rauchwolke bemerkte und diese sofort richtig nach Notre Dame verortete. Und während ich ihr für diese Aussage gerade den Puls fühlen wollte, hielt sie mir bereits ihr IPhone mit der Live-Meldung unters Gesicht und wir schauten uns den Rest später fassungslos vor Ort an, nachdem wir super schnell reagierten und allen anderen längst mit der Metro voraus waren. Da stand plötzlich die wichtigste und schönste Kirche weltweit in Flammen und wir mit halb Paris vor Ort unter Schock. Am Vortag noch filmte ich Notre Dame in perfektem Licht für unseren Shortfilm und jetzt hielt ich die Kamera noch einmal zitternd, sauber zu filmen versuchend für unser Archiv und zur Komplettierung unseres Shortfilms in Richtung Notre Dame.

 

Zurück in Deutschland erfuhr ich dann am Osterwochenende - es muss Sonntag oder Montag gewesen sein - dass der aus Kassel stammende und in den vergangenenen Jahren aus Berlin heraus wirkende Modeblogger Carl Jakob Haupt am Karfreitag im Alter von nur 34 Jahren an einer Krebserkrankung verstorben war. Die Nachricht traf mich wie ein Schlag, ich wühlte mich durch hunderte alter Fotos, Videos und CD`s und erinnerte mich zurück an die vielen gemeinsamen Jahre mit Jakob in Kassel, die guten Zeiten - die Uni, die Konzerte, die Partys, unsere kilometerlangen, gemeinsamen Wege zu den Proberäumen mit den besten Jungs der Welt, unsere Tour durch Deutschland und die einst als gegelt vermuteten und doch immer als gewaxt identifizierten Haare Jakobs :-) Jakobs Gitarrenspiel war nicht von dieser Welt - und so wird der Stairway to Heaven wohl auch laut. R.I.P. Und bevor ich an diesem Abend nun mit Led Zeppelin im Ohr und den guten alten Zeiten im Hinterkopf einschlief, stand ich noch einmal auf, ging mit einem Kalender in der Hand zu meiner Holzwürfel-adventure-Anzeige aus Teakholz, bewegte die Würfel, um dann glückselig zurück im Bett mit dem Schriftzug "74 days till our next adventure begins" einzuschlafen.

 

 

 

Bis Mai..

 

 

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