4/18-April: so war der monat

😀❄️✈️⛰ 🏔🇮🇸

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04.05.2018


Und Zack- war der erste April – und der zweite – und Ostern- und wir mittendrin- wie jedes Jahr eben, nur nicht in Deutschland, sondern hier oben in Island, wo wir ganz entspannt ohne schlechten Aprilscherz aufgewacht sind. Vor einigen Tagen waren wir hier unter extremen Bedingungen (so nannten es selbst die Isländer später) gelandet und es hat gute Gründe, warum hier die Kotztüte aus unserem Icelandair-Flug abgebildet ist und ich gerade heute in einem Gespräch mit Franzi wieder meine HeidePark Colossos-Vergleiche von 2009 anführte. Genau so lange war ich nicht mehr Achterbahn gefahren-bis zu unserem Hinflug, der letzten Maschine die an besagtem Tag und dem schlimmsten Sturm des noch jungen Jahres nach Island hinunter ging. Und auch wenn die am Flughafen festsitzenden Menschen zusehends Hoffnung in ein baldig wieder am Himmel stattfindendes Hoch und Runter gesteckt hatten-es wurde nichts mehr daraus. Ganz im Gegenteil: Festsitzen war das Motto des Nachmittags und traf in den nächsten 2 Stunden auch vollständig auf uns zu, da die Rolltreppen genau so lange nicht am Flugzeug befestigt werden konnten.Irgendwann klappte es dann, wir traten alle komplett und völlig entnervt heraus ans Licht, als der Sturm die ersten brutal und ohne Gnade umblies. Einige andere schafften es bis zum Shuttlebus – wir auch - mit der uns aus der Schule bekannten und uns hier den deutlichen Vorteil verschaffenen Strategie des Abguckens -waren wir klar im Vorteil-Imitationslernen total.

 

Am Flughafen dann raus aus dem Shuttlebus, schnell das Gepäck holen und als erstes zu Joe & the Juice-einer Art Hardrock-Cafe mit lauter Standard Rockmusik. Egal -Highway to hell ließ uns dann auf einen Kaffee und mich als Coke zero Junkie eben auf selbige in die Bar einkehren und darüber nachdenken, dass wir kurz vor Ende des Highways ja nochmal die Kurve kriegten. Später dann mit erheblicher Verspätung weiter mit dem Flybus nach Reykjavík, in die am nördlichsten gelegene Hauptstadt der Welt. Auch im Bus ging das mit dem Sturm natürlich so weiter, das Teil schaukelte hin und her und der Busfahrer fuhr mit beiden Händen fest ins Lenkrad gekrallt und jeweils abwechselnd bis zum Anschlag nach links, rechts, links, rechts -nie in die Mitte- einschlagend ultraschnell bis nach Reykjavík. Es war klar, warum der Kerl Flybus fuhr und ebenso klar und sowieso immer cool, wenn jemand seine Berufung zum Beruf gemacht hat. Zuvor schaute allerdings noch ein echt schräger Typ zur mittlerweile kreideweißen Franzi mit den aufmunternden, das Wetter relativierenden, zugleich beschwichtigenden Worten und megatiefen Horrorfilm-Stimme: Welcome to Iceland ... was mich laut loslachen lies, was ihn wiederum leicht irritierte. Naja ..um beim Horrorfilm zu bleiben, wie sagte Hannibal Lecter immer zu Clarice Starling*? Quid pro quo.

 

Endlich im Hotel, unserem Hotel, einem Art Hotel angekommen, in dem überall isländische Künstler ausstellten und dies auch aktuell gerade taten, schauten wir noch das ein oder andere Kunstwerk an und kauften uns für schlappe 599 ISK eine 0,33 l Coke zero und stellten auch in den nächsten Tagen fest, dass wir in Island besser auf jegliche Währungsrechner verzichten und uns zu Hause einfach was die Rechnung angeht überraschen lassen sollten. Gesagt getan- und um hier mal diesbezüglich vorweg zu greifen – es war eine tolle Überraschung.

 

Die nächsten Tage holten wir nach zwei von uns selbst verschuldeten Massen-Touri-Reinfällen dann unseren Leihwagen ab, fuhren sofort los und dokumentierten unsere 1000 km pro Tag mit unserer Kamera. Beeindruckend- Feuer, Eis, Wasser, alles dicht beieinander und unmittelbar erfahrbar. Wer es noch nicht gesehen oder gelesen hat, dem sei Franzis Iceland Travel Recap oder eben unser Iceland Travel- Video ans Herz gelegt. Enjoy!

 

Wieder in Deutschland schauten wir uns erst einmal alle aufgenommenen Einzeltakes der Videos an und ich begann sofort mit der Voraussortierung und anschließend mit dem Schneiden der Videos, die zahlreich waren, was ihnen egal und für mich eine Herausforderung war. Schlussendlich ist das dabei heraus gekommen, was ihr kennt und gesehen habt. Ohne Kiasmos wäre es natürlich nur halb so cool. Big thanks nochmal.

 

Am nächsten Morgen, den ersten 400 Schnitten und wie immer viel zu wenig Schlaf trafen wir uns dann gleich mit unserer Freundin und Fotografin Yvonne Sophie Thöne, die die ersten Bilder für unseren Homepage Slider und ihre ersten Fashion Pics mit Tier, genauer dem Kumpel, Franzis Islandpferd, schoß. Und so teilten wir drei Menschen, ein Pferd und einen Haufen Equipment auf 2 Autos auf und fuhren mit unserer Grobplanung all jene Orte ab, die auf den Bildern zu sehen sind, angefangen bei Kumpels zu Hause mit Reithalle, einer Scheune im 50s-Flair und dem  Carlsbahntunnel, Hessens ältestem Eisenbahntunnel, in der Nähe von Trendelburg.

 

Am kommenden Wochenende machten wir uns für einige Tage dann auf in unsere zweite Heimat Berlin, um einem lange gehegten Wunsch nachzukommen, einem Besuch der Beelitz-Heilstätten. Und so fuhren wir bei schönstem Wetter vorbei am Wannsee - die gut 40 Minuten vom ZOO Berlin entfernt liegenden Heilstätten an. Da die Heilstätten nicht mehr lange zu besichtigen sein werden, man sie aber unbedingt einmal gesehen haben sollte, da sie nach und nach in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, war es für unseren Besuch 5 vor 12. Wir hatten für unseren Aufenthalt die gesamten 7 ½ Stunden gebucht, so dass wir alle zur Verfügung stehenden Gebäude inklusive aller Räumlichkeiten, Keller, Dachgeschosse etc. besichtigen und dokumentieren konnten. Da die Heilstätten ja für allerlei Gruseltourismus bekannt geworden sind und zuletzt dem Horrofilm Heilstätten genau aus diesem Grund vor einigen Monaten  eine Drehgenehmigung untersagt wurde, bleibt dennoch festzuhalten, dass die Kulisse natürlich grundlegend gespenstisch wirkt und rein aufgrund ihrer Ästhetik und geschichtsträchtigen Kulisse auch ein Anziehungspunkt für uns darstellte. Konnte ja keiner ahnen, dass ich in irgendeinem modrigen Keller tatsächlich irgendetwas filmte, dass wir hier nicht erklären können. Zumindest nicht auf die Schnelle. Vielleicht taten wir es, weil es tatsächlich überhaupt nicht unsere Intention an diesem Tag war, irgendetwas Derartiges aufzunehmen, sondern eigentlich das ein oder andere Fashion-Bild vor entsprechender Kulisse zu schießen. Aber urteilt selbst- in einigen Wochen dann hier als Video. Nur soviel- Franzi rannte aus dem Keller mit den Worten : Raus hier… Ich folgte ihr sicherheitshalber. Natürlich langsamer. Draußen und später im Zug zurück nach Berlin schauten wir das Ganze noch einmal und noch einmal und zur Sicherheit noch einmal und  – ja-es ist immer noch da. Whatever it is.

 

In der nächsten Woche waren wir dann viel damit beschäftigt, Instagram an den Start zu bringen, Fotos zu schießen, was ja von nun an dann wohl meine Aufgabe ist -jetzt wo Yvonne wieder ihrem fotografischen Beruf nachgeht, stark gebucht ist und nicht mehr unseren täglichen Anliegen und Wünschen nachkommen kann. Blieb nichts anderes, als meine alten Foto-Skills zu reanimieren.

 

Neben Instagram war der April natürlich insgesamt einfach heiß, was uns nicht davon abhielt, auch Andrea und Gert wie Ende März versprochen noch einmal zu besuchen, die uns wiederum versprachen uns schon bald auf unserer Reise nach Paris zu begleiten, schließlich seien sie dort noch nie gewesen. Wir feierten daraufhin den Abend, das Leben, die Pooleröffnung, die herrlichen rosa Kirschblüten und den Sommeranfang und unsere dann wohl schon bald gemeinsam stattfindende Parisreise. Beim Checken unserer Termine fiel mir dann auf, dass ich mit Franzi noch nie gemeinsam im Mai in Paris war, was dann wohl einer Art vorgezogener Premiere gleichkommt. Ist ja auch quasi gefühlt schon übermorgen. Und bis dahin habe ich auch die ganz am Ende April, genau genommen am 27.April mit meinen Schülerinnen und Schülern geschriebenen Abschlussarbeiten mit ihrem Ursprung im hessischen Kultusministerium, die  noch vier austehenden Klassenarbeiten und 4 wöchentlichen Vokabeltests korrigiert. Ist ein Plan – und ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Wieder ein Zitat, wieder ein Hannibal-nur ohne Gittermaske.

 

 

 

   OUR STYLE .OUR ATTITUDE .

 von Matthis/Category: SO WAR DER MONAT