10/18-oktober: so war der monat

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04.11.2018

Berlin ist groß und war man noch nie dort, erscheint einem alles noch viel grĂ¶ĂŸer. Ich selbst war das erste Mal sehr jung zu Beginn meiner PubertĂ€t und sehr zum Leidwesen meiner Eltern Mitte der 90er Jahre und noch einigen Jahren Abstand zur VolljĂ€hrigkeit mit einigen Ă€lteren Freunden dort, um unter der SiegessĂ€ule das Motto der damaligen Love Parade zu feiern: Peace on Earth! NatĂŒrlich war ich schon weg, als meine Eltern am frĂŒhen Morgen aufwachten. Und wenn ich mich irgendwann mal wieder in einer aufrichtigen Bad-Taste-Stimmung befinde, werde ich gegebenenfalls mal zwei-drei Fotos aus dieser Zeit von mir, der obligatorischen Raver-Glatze und der Stimmung, die damals herrschte hier auf dem Blog veröffentlichen - Aus der Zeit also, bevor die Love Parade komplett im Kommerz erstickte, der Techno Viking die Rosenthaler Straße im Zuge der Fuckparade zerhackte und ĂŒber die Grenzen Berlins hinaus ungewollten Kult-Status erlangte oder aber irgendwelche Vollidioten auf die sinnentleerte Idee kamen, die Love Parade in eine Scheiß-Stadt wie Essen zu verlegen. Unfassbar und unergrĂŒndlich riesig erschien mir die Stadt  zu jener Zeit und das war sie ja auch schon damals. So wie ich eigentlich viel zu jung fĂŒr sie war, blieb sie bis heute mit all ihren großartigen EindrĂŒcken, ihrer FreizĂŒgigkeit und Freiheit immer unvergessen und großartig und bis heute liebe ich es von Kassel Wilhelmshöhe per ICE nach Berlin zu fahren, am Hauptbahnhof oder am Osti auszusteigen und schnellstmöglich den Geruch der nĂ€chsten U-Bahn zu inhalieren. Ich liebe den Geruch wirklich, und ich meine explizit nicht die Pisse, die ĂŒberall durch Berlin und eben auch durch den Underground fließt wie eine Nebenader der Spree, sondern den einzigartigen, typischen Berlin U-Bahn-Geruch. Umso besser, dass das Franzi und mir bevorstehende, bis zum Anschlag vollgepackte Wochenende deshalb auch nicht in New York, Paris oder London, die unterirdisch komplett anders riechen, stattfand, sondern eben in Berlin!

 

Und so reisten wir mit unseren am Vortag aus Lettland eingetroffenen Grandfather Hoodies, einem Paar Underwear, einer ZahnbĂŒrste und bestimmt noch dem ein oder anderen nicht weiter ins Gewicht unseres jeweiligen Trolleys fallenden Teils und unserer Nikon mit dem ICE nach Berlin. Mein Kissen hatte ich selbstverstĂ€ndlich auch dabei, so wie immer eigentlich, es spielte aber eine untergeordnete Rolle, so wie Schlafen im Allgemeinen an diesem Wochenende. Wir waren schließlich wieder Big in Berlin tonight. Und auch wenn die Songzeile es suggeriert, waren wir glĂŒcklicherweise bereits irgendwann am spĂ€ten Nachmittag da und atmeten tief ein. Inhale/Exhale. Und weiter...

 

Nachdem in unserer Wohnung alles aussah wie immer, standen wir Freitag Abend, kurz nach halb 9 irgendwo mitten in Berlin Prenzlauer Berg, weil wir der Einladung von Escape Berlin gefolgt und nunmehr bereits seit 18 Stunden auf den Beinen waren. Es nieselte, es war dunkel. Wir betraten den Fahrstuhl eines alten BĂŒrogebĂ€udes, 5.Stock in der Storkower Str. 140......“Kling“ -angekommen. Die TĂŒren öffneten sich, das Licht wurde heller und wir standen vor unser Herausforderung - Unserem ersten Live Escape Game - also einem realen Gruppenspiel, indem kleine Personengruppen gemeinsam in einen Raum eingesperrt werden und innerhalb einer vorgegebenen Zeit (meistens 60 Minuten) mit Hilfe der darin versteckten Hinweise und GegenstĂ€nde den Raum wieder verlassen mĂŒssen. Oder aber die Gruppe muss nicht ausbrechen, sondern mittels aufeinander aufbauender RĂ€tsel eine Hauptaufgabe lösen, so wie wir gleich in unserem kurz bevorstehenden, an die Kultserie „The Big Bang-Theory“ angelehnte und mit Sheldon Coopers Originial Synchronstimme versehene Spiel Big PĂ€ng ,zu dem ihr den vollstĂ€ndigen Artikel noch einmal hier nachlesen könnt. Wer die Zeit dazu nicht hat, dem sei verraten, dass wir es schafften, in das Wohnzimmer der Kult-WG einzubrechen und Sheldons wohlgehĂŒteten und im wahrsten Sinne des Wortes irre gesicherten Comic-Schatz innerhalb von 60 Minuten zu stehlen. Am Ende des Spiels hatten wir noch 25 Sekunden Zeit ĂŒbrig - heißt:knapp geschafft - NatĂŒrlich waren wir stolz wie Bolle, durchgeschwitzt und glĂŒcklick geschafft. Trotzdem ließen wir es uns von den mĂŒden Knochen irgendwann kurz vor Mitternacht auf dem RĂŒckweg am Ostkreuz nicht nehmen, unser obligatorisches Rolltreppenwettrennen durchzufĂŒhren – und zwar von unten nach oben, das ich mit leichtem Vorsprung  gegen Franzi gewann. Danach fuhren wir mit der S-Bahn zurĂŒck und zogen durch die ein oder andere Lieblingsbar in Berlin-Mitte.

 

Am nĂ€chsten Morgen streiften wir uns dann unsere Grandfather Hoodies ĂŒber, fĂŒr deren Kampagne wir passende Treppenstufen suchten. Wer unsere Bilder dazu gesehen und den Artikel gelesen hat weiß, dass wir tatsĂ€chlich die coolsten und passendsten Treppenstufen in ganz Berlin fanden. Wer die Bilder nicht gesehen und den Artikel nicht gelesen hat, holt das jetzt hier nach. Da jetzt alle die Bilder gesehen und den Artikel gelesen haben ,wissen nun auch alle, dass Berlin nicht nur generell und sowieso die bunteste Stadt ist, sondern man auch pastellfarbene Treppenstufen passend zur individuellen Hoodiefarbe findet. Vorausgesetzt man sucht.

 

Wir schossen unsere Bilder und waren gut in der Zeit, fuhren danach weiter zur #Unteilbar Demo, bei der es  die 250000 Menschen wie ein Sog in Richtung der SiegessĂ€ule und uns zuvor gegen den Strom genau auf die andere, abgesperrte Seite der SiegessĂ€ule zog, wo wir ganz entspannt herrlich verkehrsbefreite Bilder mitten auf der sonst so vielbefahrenen, stickstoffbelasteten Straße machten – spĂ€ter picknickten wir hier dann noch mit einer Biker-Crew - Und ich erzĂ€hlte allen wie zu Beginn dieses Artikels von damals, den riesigen Menschenmassen zu Zeiten der Love Parade, meinem ersten Berlinbesuch und die Biker uns wiederum aus Zeiten von Schmidt und Dutschke - bis es irgendwann an der Zeit war zu gehen. Wir ließen den Abend entspannt ausklingen, verpassten zuvor Dirk von Lowtzow und Grönemeyer bei der Abschlusskundgebung und trafen uns Sonntag Nachmittag dann glĂŒcklicherweise doch noch musikalisch mit Lucas Laufen, der aus Australien stammt, dort Medizin studierte, Berlin aber vorzog und im Regierungsbezirk hĂ€ufiger mal als Straßenmusiker spielt und auch heute mal wieder in kĂŒrzester Zeit so viele CDs an die grundsĂ€tzlich scharenweise stehen bleibenden Menschen verkaufte, wie so manche Band im ganzen Jahr nicht – was wohl ĂŒberwiegend daran liegt, dass er 400 mal besser klingt, als ein omniprĂ€senter Ed Sheeran oder so. Egal, die Freude war groß, wir unterhielten uns lang in seinen Pausen, drehten ein spontanes Video zu seinem wunderschönen,  herbstlich-melancholischen neuen Song und hörten ihm kurz vor unserer Abreise noch eine gute halbe Stunde zu. Bis bald. Kurze Umarmung. Handshake.

 

Wieder hier in Kassel fertigte die Firma Soufeel aus New York fĂŒr uns eine individuelle kraftaverk-Kette aus Gold an, damit Franzi unseren Blog auch mal um den Hals tragen, mich neidisch machen und sich somit gleichzeitig fĂŒr ihr verlorenes Rolltreppenwettrennen rĂ€chen konnte. Wir drehten hierzu noch einen kurzen kraftaverk/Soufeel-teaser, den ihr euch hier anschauen könnt und wĂ€hlten Ende Oktober in Hessen noch einen neuen Landtag, der dem alten verdammt Ă€hnlich sieht. Aber abwarten. Bis November.

 

  OUR STYLE .OUR ATTITUDE .

 von Matthis/Category: SO WAR DER MONAT