9/18-september: so war der monat

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02.10.2018

Der September ist immer schön weil ich den Herbstanfang und Anfänge im Allgemeinen mag, weil Franzi und viele nette Freunde und Bekannte, die wir alle schon wieder viel zu lange nicht gesehen haben in diesem Monat Geburtstag haben – und ist generell immer noch schöner wenn auch das Wetter einfach täglich noch besser statt schlechter wird wie es so oft entsprechend seiner natürlichen Chronologie im Jahrsverlauf der Fall ist und dabei genau dieses Jahr die viel zitierte Ausnahme von der Regel darstellt. Bleibt unterm Strich – ein toller September.

 

Und so saß auch Franzi, um hier direkt an den letzten Monatsbericht anzuschließen, am Morgen nach der Einweihungsfeier des neuen Außenreitplatzes, die tatsächlich mehr Beachparty war und an diesem Abend tatsächlich auch mehr an Strand als an einen Reitplatz erinnerte, fleißig am Samstag Morgen auf ihrem Lipizzaner, der extra aus dem Staatsgestüt Lipica über Deutschland zu ihr kam, um ihr lifelong größte reiterliche Freude beim Training der klassisch-barocken Reitkunst zu bereiten. Favory Toplica CMXVI heißt der Gute, der dem Namen nach auf den 1779 geborenen Favory als Stammhengst der Lipizzaner-Zucht zurück geht. Ein tolles kraftaverk-Mitglied also, das – wäre er anstelle eines Silberschimmels komplett verschimmelt – wohl ein Musterschüler an der spanischen Hofreitschule geworden wäre. Da Franzis Favory Toplica CMXVI nun aber nicht komplett weiß wird, schied er für die Hofreitschule aus, was Franzis großes Glück war. Ebenso wie die Tatsache, dass Favory auch noch den Franzi von den Islandpferden her bekannten, zusätzlichen Vierten Gang, kurz Tölt beherrscht – also business as usual in Gang Vier – nur eben nicht beim Ponyreiten.

 

Ich selbst besuchte an einem der schönen Nachmittage mal wieder meine Eltern und brachte ausnahmsweise etwas mehr Zeit mit. Mein Papa freute sich in den letzten Wochen wie bekloppt über die positiven Auswirkungen der Sonne und das damit verbundene exorbitante Wachstum der Äpfel, Birnen und Walnüsse, die aktuell quasi überall an, unter oder neben seinen Bäumen im Garten und Wiesen und sowieso überall in derart großer Anzahl hangen und lagen, dass ich mir beim Spaziergang durch seine Obstwiesen vorkam wie ein gigantisch großer Bartenwal, der einfach immer nur schön mit Maul weit auf durchs offene Meer treibt und Unmengen an Plankton mit Hilfe seiner Barten filtert und vertilgt. Hmmhhh...!

 

Da Franzi und ich den September aber nicht nur essend und reitend verbringen konnten, trafen wir uns mit dem japanischen Fashion Designer Hisacy, der mit seinem Label HYPER CORE Tokyo wie kaum ein anderer Designer in Japan gekonnt den Rock Spirit mit Kunst und Mode kombiniert. Anlass war die jährlich im Kongress Palais Kassel stattfindende Connichi mit den Schwerpunkten Anime, Manga und japanischer Populär- und Jugendkultur, zu der jedes Jahr Zehntausende Besucher aus der ganzen Welt anreisen und mit ihren ausgefallenen und aufwendigen Kostümen insbesondere den denkmalgeschützten Stadthallengarten noch bunter machen, als er es ohnehin um diese Jahreszeit noch ist. Wir sprachen mit Hisacy dann drinnen über seinen Weg vom Künstler und Illustrator um die Jahrtausendwende auf den Straßen Harajukus bis hin nach Tokyo, seine ersten Graffitis, Harajuku und Tokyo Fashion, Neon-Farben, japanische Zombiefilme, Hisacys erste Designs für die Band X Japan, die Gründung von HYPER CORE im Jahre 2010 , dessen Konzept sich straight bis heute aus Punk Rock, Streetart – und Style, aber auch aus Filmen, Serien und zeitgenössischer Kunst zusammen setzt. Den ganzen Artikel könnt ihr hier nochmal nachlesen. Und Äpfel, Birnen und Walnüsse dazu essen. Oder Musik dazu hören, was ich persönlich grundsätzlich und eigentlich sowieso immer wenn möglich zu pflegen tue.

 

Wisst ihr was ich manchmal denke?

 

Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst. Und wenns so richtig scheisse ist, dann ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle wo, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.“ / aus Absolute Giganten (1999)

 

Eines der großartigsten Zitate ever aus einem der stärkeren deutschen Filme, das in gleich zwei meiner musikalisch viel genutzten Räumlichkeiten at home hängt und das man eigentlich auch nur in großartiger Weise rezitieren kann, es sei denn man ist Ex-DSDS-Retorten-Sänger, bei dem sich die Anfangsbuchstaben des Vor-und Nachnamens auf WW zusammenkürzen lassen. Dann sollte man einfach lieber die Fresse halten. Lest gerne auch den Musikexpress-Artikel über „Neue Deutsche Scheißmusik“ oder den Feuilleton der FAZ zu diesem Thema.

 

Als ich vor Jahren zur guten alten Uni-Zeit, die man selbstverständlich schon damals mit weitaus weniger Hingabe besuchte, als die Partys, Konzerte und die viel wichtigeren Bandproben der aus einem selbst und den besten Freunden bestehenen Hardcore-Band - meinen Eltern an einem verregneten Uniwochenende mit einem Sack voll Dreckwäsche einen Besuch abstattete, passierte es und ich erinnere mich noch genau daran, so als sei es gestern gewesen: Ich saß mit meinem Kopfhörer, mich selbst abreagierend und mit lautester bis zum Anschlag aufgedrehter Anlage und fiesester Hard-und Metalcore Schreimusik da, was nie lange funktionierte, stand auf, spielte gleichzeitig Luftgitarre, Bass, Drums und schrie alle Texte lautstark mit - als es passierte. Ich trat beim musikalischen Ausrasten auf das Kabel des Kopfhörers, was zur Folge hatte, dass der Klinkenstecker des Kopfhörers aus der Anlage flog und der immer noch auf MAX stehende Volumeregler in brutalster Lautstärke AS I LAY DYING spielte und ich mir durch diese Schrecksekunden wirklich fast einen Herzinfarkt zugezogen hätte – Und nicht nur ich, sondern der Schreck setzte sich ja auch eine Etage tiefer bei meinen Eltern noch fort, was quasi dann unbeabsichtigter Selbstmord und Mord in einem gewesen wäre – Glücklicherweise kam es nicht dazu, aber der Schreck der ungewollten Michael Jackson/Black or White (Eat This!) Erfahrung saß tief – gleichwohl aber auch die Erkenntnis: 

 

Mit einem kabellosen Kopfhörer wäre das nicht passiert!

 

Und als vor einigen Tagen die schwedische Firma Sudio mit ihrer Hommage an Phil Collins und ihren futuristisch designten kabellosen Kopfhörern um die Ecke kam, erinnerte ich mich zurück an mein Erlebnis von damals, das ich gleich darauf Franzi schilderte, bevor wir beide Feuer und Flamme mit dem Sudio Regent in black und white wurden. Unseren in Kassel gedrehten Werbefilm für Sudio Sweden findet ihr hier. Bis Oktober. Passt auf wo ihr hintretet.

 

 

   OUR STYLE .OUR ATTITUDE .

 von Matthis/Category: SO WAR DER MONAT